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Ab Frühjahr führen wir eine bis zu 1 000 Meter tiefe Forschungsbohrung in Köln-Dellbrück durch. Ziel ist der rund 380 Millionen Jahre alte Massenkalk der Devon-Zeit. Untersucht wird, ob er Hohlräume aufweist, durch die Wasser fließen kann – eine Voraussetzung für seine mögliche Nutzung als geothermisches Reservoir. Die Bohrung ist Teil des landesweiten Untersuchungsprogramms „Geowärme – Wir erkunden NRW.“. Die erhobenen Daten und Informationen fließen in unsere geologischen Karten und 3D-Untergrundmodelle ein. Danach werden sie der Öffentlichkeit in unseren Internetportalen zur Verfügung gestellt.
Bohrkerne liefern ein naturgetreues Abbild der durchbohrten Schichten und damit ungestörte Proben. Sie ermöglichen eine genaue Untersuchung von unzugänglichen Gesteinsschichten. Sie bringen neue Erkenntnisse über den Aufbau, die Mächtigkeiten und die Lagerung der Gesteine im Untergrund sowie über die erdgeschichtliche Entwicklung einer Region. Unsere Geowissenschaftler*innen beschreiben die Bohrkerne detailliert und nehmen Proben zur Untersuchung ihres Alters sowie ihrer geochemischen und -physikalischen Eigenschaften: zum Beispiel Mineralzusammensetzung, Korngröße, Porosität, Wärmeleitfähigkeit. Die gewonnenen Daten und die hieraus abgeleiteten geologischen Karten und 3D-Modelle sind wichtige Grundlagen für die ressourcenschonende und nachhaltige Landes- und Regionalplanung. Sie liefern unverzichtbare Informationen beispielsweise für die Erdwärmenutzung, den Grundwasserschutz oder zum Erkennen und zur Abwehr potenzieller Geogefahren.
Der rund 380 Millionen Jahre alte Massenkalk entstand in der Devon-Zeit in einem flachen, tropisch-warmen Meer. Damals bildeten sich zahlreiche Korallen- und Schwammriffe, die heute die mehrere hundert bis über tausend Meter mächtigen, fossilreichen Massenkalke aufbauen. In der Nordeifel, im Bergischen Land und im Sauerland kommt dieses Gestein an der Tagesoberfläche vor und weist oftmals Hohlräume auf. In diesen Hohlräumen könnte Tiefenwasser fließen – wichtig für die Nutzung von Erdwärme. Der Bohrstandort am Thurner Kamp liegt in der geologischen Struktur der Paffrather Mulde. Dabei handelt es sich um eine 12 mal 7 Kilometer große Senke. Die geothermisch interessanten Kalksteinschichten werden hier in einer Tiefe zwischen 150 und 600 Metern vermutet und sollen mit der maximal 1 000 Meter tiefen Forschungsbohrung komplett von oben bis unten erbohrt werden. Die Ergebnisse sind für die gesamte Region relevant und können als Grundlage dienen, um über den Einsatz tiefer Geothermie für eine klimafreundliche Wärmeversorgung zu entscheiden.
09.06.: Der Countdown läuft! Das Bohrgerät steht und der Bohrplatz nimmt immer mehr Gestalt an. Von oben ist gut zu sehen, wie viel sich in den letzten Wochen verändert hat. Nun kann es bald losgehen. Auch der Info-Container ist bestückt und wartet auf die ersten Besuchenden: Ab dem 24. Juni gibt es jeden Mittwoch um 17:30 Uhr eine Führung.
Luftbildaufnahmen vom Bohrplatz
28.05.: Heute Nacht wurde es besonders spektakulär – denn der Star der Bohrung traf ein: das Bohrgerät. Wegen seines enormen Gewichts musste es mit einem Schwertransporter angeliefert werden. Daher erfolgte der Antransport in der Nacht. Unsere Fachleute Sebastian und Stephan ließen sich dieses Highlight nicht entgehen. Sie wollten sich aber nicht nur das Bohrgerät ansehen, sondern auch für die Anwohnenden vor Ort sein. Es folgen nun die letzten Arbeiten auf dem Platz, bevor das Bohrgerät mit seinem Einsatz starten kann.
Antransport des Bohrgeräts
20.05.: Nachdem gestern die Container für den Lärmschutz aufgestellt wurden, standen zusätzlich Dreharbeiten auf dem Programm. Geplant ist ein Erklärfilm, der die einzelnen Schritte rund um die Bohrung verständlich und anschaulich zeigt. Dafür wurden aktuelle Arbeiten auf dem Platz begleitet und verschiedene Eindrücke direkt vor Ort aufgenommen. Es war also ganz schön viel los auf dem Platz!
Dreharbeiten am Bohrplatz
08.05.: Es geht voran! Der Bohrkeller ist fertiggestellt, die Fundamente für das Bohrgerät stehen und in den nächsten Tagen folgen abdichtende Kunststofffolie sowie eine weitere Lage Schotter. Außerdem werden die Auffangbecken für den hydraulischen Test aufgestellt und die Container für den Lärmschutz gestapelt. Alles muss bereitstehen, bevor Ende des Monats das Bohrgerät auf dem Platz eintrifft.
Einbau des Bohrkellers: links das Absenken des Kellers, rechts der Keller mit dem oberen Teil des Standrohrs. Anschließend wurde der Bohrkeller durch eine gegossene Bodenplatte fest im Untergrund verankert.
06.05.: Seit März herrscht auf dem ehemaligen Ascheplatz am Thurner Kamp reger Betrieb: Hier entsteht der Bohrplatz für die Forschungsbohrung in Köln-Dellbrück. Oberstes Ziel ist es, die Beeinträchtigungen für Natur und Umfeld während der Bohrarbeiten so gering wie möglich zu halten. Dazu zählt auch, dass keine potenziell wassergefährdenden Stoffe in den Untergrund gelangen dürfen. Bevor die eigentliche Bohrung beginnen kann, muss die verwilderte Fläche daher zu einem sicheren Bohrplatz umgebaut werden. Zunächst wurde der Grünschnitt entfernt und ein Teil des Oberbodens abgetragen. Darauf wurden ein Schutzvlies ausgelegt und eine erste verdichtete Schotterlage aufgetragen. Im Bereich des zukünftigen Bohrlochs wurde bis zur Oberkante des Festgesteins in einer Tiefe von 43,3 Metern ein sogenanntes Standrohr eingebracht. Diese Schutzverrohrung, in der später gebohrt wird, ist durch eine Zementhülle fest im Lockergestein verankert: So bleiben die einzelnen Grundwasserstockwerke voneinander getrennt und eine Mischung der unterschiedlichen Wässer wird ausgeschlossen. Aktuell entsteht um das obere Ende des Standrohres ein Bohrkeller. Dieser fängt überschüssige Bohrsubstanzen und Niederschlagswässer auf und ist damit ein wichtiger Teil des Umweltsicherheitskonzepts einer Tiefbohrung. In den nächsten Tagen werden die Fundamente für das Bohrgerät gegossen.
Links: Bau des Bohrkellers mit dem oberen Ende des Standrohrs, rechts: Luftaufnahme des Bohrplatzes
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