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Westfälische Plesiosaurier: Zeitstrahl – © Steffen Trümper; Abbildungen von links nach rechts 1 & 2 LWL, Oblonczyk, 3 Naturkundemuseum Bielefeld, 4 Geomuseum der Universität Münster

Zeitstrahl – © Steffen Trümper; Abbildungen von links nach rechts 1 & 2 LWL, Oblonczyk, 3 Naturkunde-Museum Bielefeld, 4 Geomuseum der Universität Münster

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Fossil des Jahres

2026: Westfälische Plesiosaurier – vier Zeugen eines evolutionären Sonderwegs

Fossilien sind kostbare Zeugnisse der Entwicklung des Lebens und damit Archive der Evolution. Mit den vier westfälischen Plesiosaurier-Gattungen wird ein Sonderweg der Evolution ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Plesiosaurier bedeutet Fast-Echsen, denn die Landwirbeltiere haben sich im Laufe der Evolution an das Leben im Wasser angepasst. Auffällig sind der lange Hals mit mehreren Dutzend Wirbeln, die flossenartigen, muskulösen Extremitäten, der lange Schwanz und die unglaublich hohe Beißkraft, die höchste im Tierreich! Zudem sollen sie außerordentlich gute und schnelle Schwimmer gewesen sein.

Über 135 Mio. Jahre erfolgreiche Evolutionsgeschichte

Der mit 201 Mio. Jahren weltweit älteste Plesiosaurier ist Rhaeticosaurus mertensi aus dem Rhaetium der ausgehenden Trias-Zeit. Entdeckt wurde er 2013 und sein Name geht auf seinen Finder Michael Mertens zurück. Das mit einer beeindruckenden Gesamtlänge von 4,5 m größte Exemplar ist 188 Mio. Jahre alt, entstammt der Jura-Zeit und wurde 2007 bei Höxter von Hobbyforscher Sören Simonsen entdeckt und nach ihm benannt: Westphaliasaurus simonsensii. Mit dem ebenfalls aus dem Jura stammenden, 183 Mio. Jahre alten Arminisaurus schuberti ist eine weitere Entdeckung eines Hobby-Fossilsammlers erhalten, der Holotypus und das bisher einzige bekannte Exemplar dieser Gattung ist! Der jüngste der vier Westfalen heißt Brancasaurus brancai und lebte vor 139 Mio. Jahren, während der Unterkreide-Zeit.

Die außergewöhnlichen Funde gelten als repräsentativ für die Evolution der Plesiosaurier. Rhaeticosaurus ist der einzige Nachweis eines zusammenhängenden Skeletts aus der frühen Phase der Tiergruppe. Mit Westphaliasaurus und Arminisaurus sind gleich zwei bedeutende und extrem seltene Vertreter aus der frühen Jura-Zeit vorhanden. Der Brancasaurus aus dem westlichen Münsterland ist eines der am besten und fast vollständig erhaltenen Skelette der Plesiosaurier und belegt die Anwesenheit der marinen Echsen auch im Brackwasser! Wie alle Nicht-Vogel-Dinosaurier sind die Plesiosaurier vor 66 Mio. Jahren, am Ende der Kreide-Zeit, ausgestorben.

Die Funde werden in folgenden Museen gezeigt: Im Geomuseum der Universität Münster ist Brancasaurus brancai zu sehen. Dieses Skelett stammt aus Gronau. Im LWL-Museum für Naturkunde in Münster ist Rhaeticosaurus mertensi aus Warburg ausgestellt – ab Juli 2026 übrigens zusammen mit Westphaliasaurus simonsensii. Im Naturkunde-Museum Bielefeld befindet sich Arminisaurus schuberti.

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